Die Tambura

Tambura_sculpture_ArunText: Ludwig Pesch | Art: 

Das wichtigste Begleitinstrument Indiens zierte die Salons von Fürsten, Kaufleuten und Kurtisanen bevor es vor über hundert Jahren im öffentlichen Konzertleben Einzug hielt. Mancherorts ist es auch als Tānpūra bekannt. Seine heutige Form mit meist vier Saiten ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Es vereinigt Merkmale der indischen Zither (Vīnā oder Bīn) mit denen der Langhalslaute.

Von ähnlichen Instrumenten benachbarter Regionen (Tanbur) unterscheidet es sich sowohl durch seine Funktion als durch seine Spielweise: Spätestens seit dem 13. Jahrhundert bedienen indische Musiker sich nämlich des Grundtons ‘Sa’. Dieser wird je nach Stimmlage oder Soloinstrument frei gewählt. Als Halteton (Bordun) bildet er den Ausgangspunkt für melodische Gestalten, die man als Rāga (‘Färbung’) bezeichnet. Ein reicher Fundus recht unterschiedlicher Ragas ermöglicht es Komponisten wie Musikern, jede nur denkbare Stimmung (Rasa) auszudrücken.

Hörbeispiel: Tambura gespielt von Manickam Yogeswaran >>